Arbeitsfähig bleiben trotz Corona– Reinigung, Desinfektion und Schutzmaßnahmen für das Praxisteam

Das Coronavirus (COVID-19) ist inzwischen in Deutschland angekommen. Und auch die Praxen der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie wollen und müssen den Betrieb aufrechterhalten. Welche Schutzmaßnahmen gegen Corona- und Grippeviren sollten Sie in der Therapiepraxis ergreifen? Wir haben mit unserer Produktmanagerin Tanya Vollstedt gesprochen, die für den Therapie- und Hygienebedarf bei buchner zuständig ist. Ein PDF mit den häufigsten Fragen und Antworten für den Praxisalltag zum Coronavirus (COVID-19) finden Sie hier. Außerdem bietet die up-Redaktion einen kostenlosen Webcast, jeden Werktag um 18 Uhr live online mit einer Übersicht über die aktuellen politischen Entwicklungen, konkreten Tipps und Tricks für den Praxisalltag unter „Quarantäne“-Modus sowie kompetenten Gesprächspartner mit viel Know-how und guten Ideen. Klicken Sie hier, um mehr über die Themen des up_Nachrichten Webcasts zu erfahren.

Welche Schutzmaßnahmen gegen COVID-19 kann ich überhaupt in meiner Therapiepraxis ergreifen?

Tanya Vollstedt: Es sollten ganz besonders gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette eingehalten werden. Diese Maßnahmen sind nicht nur wegen des Coronavirus sondern in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten. Es gilt die konsequente Einhaltung der gängigen Basishygienemaßnahmen, die eine hygienische Händedesinfektion miteinbezieht. Dabei sollte es genügend Gelegenheiten zur Händedesinfektion geben. Ein Hauptaugenmerk sollte direkt auf Eingangsbereiche gelegt werden – hier bieten leicht zugängliche Desinfektionsmittelspender einen optimalen Schutz vor Grippe- und Coronaviren und sorgen dafür, dass Ihre Patienten Viren erst gar nicht mit in die Praxis nehmen.

Eine Flasche Desinfektionsmittel und Aufsteller mit dem freundlichen Hinweis, sich vor Betreten der Praxis für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Podologie die Hände zu desinfizieren, sind z.B. sinnvolle Maßnahmen.

Bringen Sie auch einen Hinweis direkt am Klingelschild an, z.B. mit folgendem Text: „Bitte betreten Sie die Praxis nicht, wenn Sie grippeähnliche Symptome haben oder möglicherweise mit einer am Corona-Virus erkrankten Person in Kontakt waren. Sie erreichen uns telefonisch unter…. (AB, wir rufen zurück)/oder per E-Mail an …., um das weitere Vorgehen zu besprechen.“

Warum am Klingelschild? Hinweise und Zettel auf der Tür oder daneben werden leider oft nicht wahrgenommen, auch wenn Sie direkt im Blickfeld oder in schreienden Farben gestaltet sind. Auf die Klingel (oder den Türdrücker) MUSS der Patient schauen, um diesen zu betätigen.

Außerdem hat das „Handtuchlager“, wie es in vielen Praxen vorhanden ist, ab sofort ausgedient. Das sollte man sich unabhängig von Corona sowieso überlegen. Auch Frotteebezüge auf Liegen sollten vermieden werden, es sei denn, sie werden für jeden Patienten frisch gewaschen wieder aufgezogen. Da das schwer möglich ist im Praxisalltag, desinfizieren Sie lieber die Liegen direkt, und verwenden Sie Einmalauflagen aus Papier.

Wie erreiche ich eine hygienische Händedesinfektion?

Tanya Vollstedt: Das wissen Sie alle, aber hier noch mal der Vollständigkeit halber: Bei der hygienischen Händedesinfektion das Händedesinfektionsmittel in die hohlen, trockenen Hände geben und über 30 Sekunden nach den 6 Schritten bis zu den Handgelenken einreiben (Standard-Einreibemethode gem. EN 1500). Denken Sie daran, alle Ringe abzunehmen und nicht mit dem Desinfektionsmittel zu sparen – ein gutes Maß ist die gefüllte hohle Hand. Achten Sie auch darauf, das Desinfektionsmittel gründlich einzureiben, ein „Abtropfen“, Schütteln oder gar Abtrocknen führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Guter Nebeneffekt: die Rückfetter im Desinfektionsmittel können so gut wirken und Ihre Haut gleich wieder mit Feuchtigkeit versorgen. Es macht Sinn, eine Anleitung für alle Mitarbeiter und Patienten als Reminder zur Verfügung zu stellen. Diese Anleitung zur hygienischen Händedesinfektion können Sie kostenlos hier herunterladen.

Aber auch Händewaschen zerstört den Corona-Virus, wenn es denn richtig gemacht wird – 30 Sekunden lang mit warmen Wasser und Seife (Kleiner Tipp: zweimal das Lied Happy Birthday im Kopf durchsingen entspricht in etwa dieser Zeit). Da es sich um ein sog. „behülltes Virus“ handelt – also ein Virus mit einer Hülle aus Lipiden – kann man dies mit Seife gut deaktivieren. Hinterher die Hände an einem Einmaltuch abtrocken, und möglichst eine Handcreme zur Pflege verwenden.

Welche Mittel sind geeignet bei Desinfektionsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)?

Tanya Vollstedt: Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Corona, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid plus" oder "viruzid" anzuwenden.

Wo bekomme ich weitere Informationen

Das Robert-Koch-Institut hat eine FAQ-Seite, die stets aktualisiert wird. Hier erhält man fundierte Informationen und gute Verhaltenstipps.