Diese Versicherung muss abgeschlossen werden, um eine Zulassung zu erlangen und gehört zu den wirklich wichtigen der Versicherungen. Sie greift ein, wenn z.B. eine Patientin von der Bank fällt oder beim Hausbesuch etwas beschädigt wird und entsprechende Ansprüche gegen sie entstehen. Wichtig ist, dass Selbstständige auch für ihre Mitarbeiter haften – jeder Mitarbeiter sollte demnach zügig der Versicherung gemeldet werden. Ebenfalls übernommen werden eventuelle Rechtskosten, die durch Haftpflichtfälle entstehen können. Eine bestimmte Versicherungssumme ist nicht vorgeschrieben. Im Zuge der Emanzipation der Therapieberufe ist es ratsam, auch die Haftpflichtfolgen aus Leistungen ohne ärztliche Folgen zu versichern. Es empfiehlt sich, die Berufshaftpflichtversicherung mit einer Absicherung privater Haftpflichtfälle zu verbinden. Dies ist bei Versicherungen ohne Aufpreis oder für einen geringen Beitrag möglich.

Seit 2007 zählt die Krankenversicherung zu den Pflichtversicherungen (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz). Selbstständige können wählen, ob sie gesetzlich oder privat versichert sein wollen. Welche Variante für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Diese Versicherung ist seit 1995 für alle Krankenversicherte Pflicht, egal ob gesetzlich oder privat versichert. Die Beiträge werden zusammen mit den Krankenversicherungsbeiträgen erhoben. Für gesetzliche Krankenversicherte beträgt der Beitragssatz 2,35%. Kinderlose müssen einen Aufschlag von  0,25 Prozentpunkten bezahlen.

  • Es besteht eine Rentenversicherungspflicht für selbstständige Physiotherapeuten
  • 2014 wurde per Rechtsordnung beschlossen, die Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung zu erhöhen.

gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur bei Unfällen, die auf dem Weg zur Arbeit und zurück, während der Arbeit oder auf betrieblichen Veranstaltungen passieren. Selbstständige sind allerdings nicht über die gesetzliche Unfallversicherung pflichtversichert. Das bedeutet, dass, wenn ein Selbstständiger einen schweren Unfall hat und z.B. einen Rollstuhl braucht, er für die Folgekosten selber aufkommen muss. 

private Unfallversicherung

Mit einer privaten Unfallversicherung sichern sich Selbstständige ihre Existenz im Falle eines Unfalls. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung springt sie im Falle eines Unfalls jederzeit ein – egal ob Freizeitunfall, Unfall während einer Reise, Zuhause oder im Betrieb. Wenn Sie gesundheitlich eingeschränkt sind, kommt die private finanziell für Sie auf. Je nach Tarif erhält der Versicherte Krankengeld, Krankenhaustagesgeld, Genesungsgeld, Übergangsleistung oder auch eine Unfallrente. Über die Private Unfallversicherung sind ausschließlich Unfälle abgesichert, d.h. unfreiwillige  Ereignisse, die plötzlich von außen auf den Körper einwirken und einen Gesundheitsschaden hervorrufen. Viele der angebotenen Leistungen können je nach Wichtigkeit individuell zusammengestellt werden. Dies gilt auch für die Höhe der finanziellen Leistung. Entscheidend beim Versicherungsabschluss ist auch die Summe, die von der Versicherung im Falle eines bleibenden Gesundheitsschadens gezahlt wird. Diese Summe sollte mindestens 100.000 € betragen, wenn nicht sogar deutlich mehr. Sprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Berater ab.

Fazit

Die private Unfallversicherung leistet generell höhere Summen aus einem viel größerem Leistungskatalog. Die Krankenversicherung übernimmt zwar grundsätzlich auch die Behandlungskosten im Falle eines Unfalls, diese kommt jedoch nicht für behindertengerechte Umbauten oder einen Verdienstausfall aus.

Weitere mögliche Versicherungen sind:

  • Betriebsversicherung / Praxisinventar
  • Rechtsschutzversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Lebensversicherung / Altersvorsorge

Versicherungen: Die wichtigsten im Überblick

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist mit Risiken verbunden. Ziel ist es, möglichst viele Risiken durch geeignete Versicherungen abzumildern. Manche Versicherungen sind sogar durch den Gesetzgeber vorgeschrieben oder zwingende Voraussetzung, zum Beispiel für die Kassenzulassung. 

Der Versicherungsmarkt ist leider unübersichtlich, und die Policen sind schlecht vergleichbar. Bei Ihren Gesprächen mit Versicherungsmaklern sollten Sie aufpassen: Nicht jeder Versicherungsvertreter ist ein VersicherungsmaklerMakler erhalten von Ihnen den Auftrag, ein für Sie optimales Leistungspaket bei verschiedenen Versicherern zusammenzustellen
Der Gegenpol dazu ist der Versicherungsvertreter, der nur eine Versicherung vertritt. Hier handelt es sich nicht wirklich um einen „Berater“, sondern um den klassischen „Verkäufer“.

Allgemeine Grundsätze beim Abschluss von Versicherungen

  • Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Absprachen
  • Vermeiden Sie Unterversicherungen
  • Überprüfen Sie einmal im Jahr Ihren Bestand an Versicherungen