Gut geplant ist halb gewonnen

Prüfen Sie, ob sich Ihre Vorstellungen von der eigenen Praxis auch "rechnen". Hierfür benötigen Sie eine betriebswirtschaftliche Planung. Dieser Baustein auf dem Weg zu einen Praxis ist mit etwas Aufwand verbunden, doch ohne eine angemessene Gründungsplanung ist einen erfolgreiche Existenzgründung die Ausnahme.

Viele Existenzgründer glauben, dass die betriebswirtschaftliche Planung eines Unternehmens ohne Erfahrungsdaten schwer möglich ist und dass sie die Existenzgründung unnötig einschränkt. Viele scheuen den Aufwand, den das Planen verursacht. Doch ohne angemessene Gründungsplanung ist eine erfolgreiche Existenzgründung die Ausnahme. Als Therapeut können Sie das nachvollziehen: Schließlich behandeln Sie auch nicht ohne Therapieplan!

Umsatzplanung im Griff

Der Umsatz ist die entscheidende Größe in Ihrer künftigen Praxis. Zum Umsatz zählen alle Geldeingänge, die durch die Erbringung von Dienstleistungen und den Verkauf von Waren entstehen.

Für eine genaue Planung muss man zwischen Privat- und Kassenpatienten unterscheiden.

  • Die Preisvereinbarungen mit den gesetzlichen Krankenkassen erhalten Sie bei den Kassen, Berufsverbänden oder Kollegen.
  • Für privat Versicherte liegen die Preise beim 1,7- bis 2,4fachen der Krankenkassensätze. Hier können Sie die GebüTh nutzen, um Ihre Preise festzulegen.
  • Die Preise für Selbstzahlerleistungen hängen von Standort und Wettbewerb ab. Bei der Standort- und Konkurrenzanalyse sollten Sie mit auswerten, welche Selbstzahlerleistungen die Mitbewerber zu welchem Preis anbieten.

Der Umsatz errechnet sich nach der Formel Menge x Erlös = Umsatz. Mit einem definierten Erlös pro Einheit können Sie entweder errechnen, wie viel Umsatz Sie bei einer vermuteten Anzahl von verkauften Leistungseinheiten machen. Oder Sie wollen wissen, wie viel Leistungseinheiten bzw. Therapie Sie erbringen müssen, um auf einen festgelegten Umsatz zu kommen. 
Solche Überlegungen sind zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Sie Ihre Kosten bereits geplant haben und wissen wollen, wie viel Sie arbeiten müssen, um die Kosten einzuspielen.

Alle Kosten im Blick

Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Kosten, die bei der Gründung, Eröffnung und im laufenden Praxisbetrieb anfallen. Hierbei ist es ratsam die einmaligen und die wiederkehrenden Kosten getrennt zu betrachten.

einmalige Kosten:

  • Praxisgestaltung
  • Praxisausstattung (z.B. Büromöbel, Therapiegeräte,
  • Gründungkosten (Steuerberater, Rechtsberatung, Unternehmensberater, Notar, Anmeldungen, Seminare, Genehmigungen und mehr)
  • Markteintrittskosten (z.B. Werbematerialien, wie Broschüren, Visitenkarten, Praxishomepage, Anzeige oder Aktionen, wie Tag der offenen Tür, Eröffnungsfeier etc.)

laufende Kosten

  • Kosten der privaten Lebensführung
  • Waren- und Materialausstattung

Wenn Sie alle Kosten kalkuliert haben, wird geplant, wie diese Kosten finanziert werden können.

Finanzierung steht

Die nicht ausreichende oder falsche Finanzierung ist eine Hauptsache  für das Scheitern von Existenzgründungen.

Nachdem Sie ermittelt haben, wie viel Kapital Sie für die Gründung und die ersten Monate im Geschäftsbetrieb benötigen, planen Sie bei der Finanzierung, woher dieses Kapital kommen soll.

Allgemein unterscheidet man zwischen Eigen- und Fremdkapital. Prüfen Sie in jedem Fall, ob Sie eine Förderung für Ihr Existenzgründungsvorhaben beantragen können.

Auf Basis der im Finanzierungsplan festgelegten Finanzierungsinstrumente erfolgt die Planung der Zins- und Tilgungszahlungen. Wann die Tilgung (Rückzahlung) bei einem Kredit einsetzt, kann unter Umständen für die neue Praxis von elementarer Bedeutung sein. Berücksichtigen Sie dies bei der Planung der Planung. 
Die Planung der Zins- und Tilgungszahlungen erfolgt in der Regel für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Kredits.

Businessplan erstellen

Der Businessplan ist mehr als eine Kostenaufstellung für die Bank. Hier fügen Sie die Detailpläne zusammen und versehen diese mit einer Einleitung, Erläuterungen, dem Lebenslauf des Gründers und anderen Informationen, die für Ihre Kapitalgeber wichtig sind. 

Mehr dazu im Abschnitt "Finanzierung"...