Der GKV-Spitzenverband hat gerade noch rechtzeitig die gesetzlich vorgeschriebene Veröffentlichung der bundesweit geltenden Höchstpreise zum 30.06.2019 geschafft. Damit treten zum 1. Juli 2019 neue Preise in Kraft, die den GKV-Heilmittelpraxen im Vorjahresvergleich 24 Prozent höhere Vergütungen bescheren. Deutliche Zuwächse gibt es für alle Fachrichtung, Ost- wie Westländer. Weiterlesen auf up-aktuell.de

Die Einführung der neuen bundeseinheitlichen Preise wirft auch eine Reihe von Fragen auf. Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten darauf für Sie zusammengestellt. Diese FAQs werden laufend aktualisiert, sobald uns neue Informationen vorliegen.

Für unsere up|plus und therapie.cloud-Kunden: Unsere up|plus-Hotline beantwortet Ihre Fragen zum Thema TSVG und bundesweite Höchstpreise. Schreiben Sie uns eine Mail an info@buchner-consulting.de oder rufen Sie uns an unter 0800 94 77 360.

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Mit den neuen bundeseinheitlichen Höchstpreisen nehmen die Diskussion mit Privatpatienten nicht ab. Die aktuelle Neuauflage der GebüTh auf Basis der bundeseinheitlichen Höchstpreise hilft dabei, die Diskussionen einfacher zu gewinnen oder ganz zu vermeiden.

Das Thema Privatpreise wird in vielen Praxen nicht nur mit Patienten kontrovers diskutiert. Oft ist der rechtliche und organisatorische Rahmen unklar, die Zielsetzungen sind diffus und die kommunikativen Voraussetzungen zur Umsetzung sind nicht wirklich geübt.

In Starke Praxis werden die neuen Preise wie gewohnt pünktlich zum Start 01.07.2019 per Update aktualisiert sein.

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Bundeshöchstpreise FAQs

Ab wann gelten die bundeseinheitlichen Höchstpreise?

In § 125 b, Abs. 2 SGB V ist festgelegt, dass die bundesweit einheitlichen Preise ab dem 1. Juli 2019 gelten und damit abgerechnet werden können. In der Gesetzesbegründung des TSVGs wird ausdrücklich beschrieben, dass die Übergangsregelungen vom alten (vor dem 1. Juli) zum neuen Preis (ab dem 1. Juli) nach den bisherigen vertraglichen Regeln gelten. Die bisherigen vertraglichen Regeln findet man in den alten Preislisten, meistens im Anschluss an die Leistungs-/Preisbeschreibungen. Hier ein Überblick über die verschiedenen Übergangsregeln:

  • Verordnungsdatum: Die Preise aller Heilmittelleistungen auf einer Verordnung richten sich danach, welche Preise zum Ausstellungsdatum der Verordnung gültig waren. Beispiel: Eine Verordnung mit Ausstellungsdatum 26.6.2019 wird vollständig nach den alten Preisen abgerechnet.
  • Erster Termin: Die Preise aller Heilmittelleistungen auf einer Verordnung richten sich danach, wann der erste Behandlungstermin stattgefunden hat. Beispiel: Aufgrund einer Verordnung mit Ausstellungsdatum 27.6.2019 wird der erste Behandlungstermin am 2.7.2019 erbracht, es gelten die neuen Preise für die gesamt Verordnung.
  • Termindatum: Der Preis einer Leistung richtet sich danach, wann die jeweilige Behandlung stattgefunden hat. Beispiel: Aufgrund einer Verordnung mit Ausstellungsdatum 26.6.2019 wird am 28.6. und am 2.7. behandelt. Die Behandlung am 28.6. wird nach den alten Preisen abgerechnet, die Behandlung am 2.7. und alle folgenden nach den neuen Preisen.
  • Letzter Termin: Die Preise aller Heilmittelleistungen auf einer Verordnung richten sich danach, wann der letzte Behandlungstermin stattgefunden hat. Beispiel: Wird die letzte Behandlung einer Verordnung am 2.7.2019 durchgeführt, richtet sich der Preis aller Leistungen nach den neuen Bundeshöchstpreisen.

In Starke Praxis ist bei jedem Tarif automatisch die jeweils gültige Übergangsregel hinterlegt.

Welche Positionsnummern gelten für mich?

In der Liste der Bundeshöchstpreise werden alle Positionsnummer .dokumentiert, die in einem Bundesland abgerechnet werden können. Mit dieser Liste werden keine neuen Abrechnungspositionen für Regionen geschaffen, die es dort vorher nicht gab.

Welche Positionsnummer ein Therapeut  in seinem eigenen Bundesland abrechnen kann, ergibt sich aus der alten Preisliste. Nur die Positionsnummern, die bisher abgerechnet werden konnten, können auch in Zukunft im jeweiligen Bundesland abgerechnet werden.

Was bedeuten die Positionsnummern?

Die Positionsnummern heißen Heilmittelpositionsnummern (HMP4) und identifizieren eine abrechenbare Leistung bundeseinheitlich. Die vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Preislisten beinhalten leider nur die Positionsnummer ohne den beschreibenden Text. Eine Auflösung gelingt über das „Bundeseinheitliches Heilmittelpositionsnummernverzeichnis“. Wem das zu viel Arbeit ist, der fordert von der up|plus-Hotline die Excel-Tabelle mit den kommentierten Preislisten für alle Fachbereich (Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und Podologie) an „Hoechstpreise-2019-vollständig-kommentiert.xlsx“ 

Gelten die Rahmenverträge auf Landesebene weiter?

Ja, die Rahmenverträge auf den jeweiligen Landesebenen gelten mit allen Bestimmungen bis zum Inkrafttreten der neuen bundeseinheitlichen Rahmenverträge am 1. Juli 2020. Sogar wenn die Verträge eigentlich auslaufen, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die Verträge bis zum 1. Juli 2020 fortgelten. Das heißt, dass unterschiedliche Regelungen zu Rechtsfragen etc. bis dahin auch weiterhin so bestehen bleiben wie dies bisher der Fall war.

Was passiert mit Zusatzvereinbarungen in den bestehenden Preislisten?

Bestehende Preislisten sind formal gesehen Anlagen zu den jeweiligen Rahmenverträgen der Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Podologie auf Landesebene. Diese Preislisten wurden durch die bundesweit geltenden Verträge bei der Höhe der Vergütung auf den bundesweit höchsten Satz aktualisiert. Aber die abrechenbaren Positionsnummern, regionale Regelung zu Parallelbehandlung und Übergangsregeln haben weiterhin Bestand und müssen berücksichtigt werden. 

Bleiben die Regelbehandlungszeiten wie bisher bestehen?

An den Leistungsbeschreibungen hat sich durch die Bundeshöchstpreise nichts geändert. Die Preisänderung bezieht sich nur und ausschließlich auf die Höhe der Vergütung. Sonstige Änderungen sind zum 1. Juli 2019 nicht vorgesehen oder vereinbart.

Was ändert sich jetzt bei Gruppen- und Parallelbehandlungen?

An den Leistungsbeschreibungen in der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie hat sich durch die Bundeshöchstpreise nichts geändert. Haben die bisherigen Preislisten z.B. Parallelbehandlung vorgesehen, können solche Leistungen auch in Zukunft abgerechnet werden. Hat eine regionale Preisliste solche Möglichkeiten nicht vorgesehen, ändert sich daran auch durch die neuen Preislisten nichts.

Was passiert, wenn ich den falschen Preis abrechne?

Wer fälschlicherweise einen zu hohen oder niedrigen Preis abrechnet, wird in der Regel durch die Krankenkasse korrigiert. Denn es ist auch im Interesse der Kasse, sich mit der Abrechnung eines Rezepts nur einmal beschäftigen zu müssen. Für den Fall, dass die Praxis einen zu hohen Preis abgerechnet hat, wird es zu Kürzungen kommen. Hat man als Praxis dagegen vergessen, den neuen Preis zu berechnen, kann es passieren, dass die Krankenkassen nur den abgerechneten niedrigeren Preis bezahlen. Fällt das später auf (max. 6 Monate), dann ist eine Nachberechnung problemlos möglich.