Selbst abrechnen: Lohnt sich das?

Warum viele Heilmittelpraxen zögern – und was dahintersteckt

Selbst abrechnen? „Viel zu aufwändig." „Zu riskant." „Da kann so viel schiefgehen." Rund um das Thema Selbstabrechnen kursieren viele Annahmen. Manche stimmen, manche nicht. Wir sehen uns genauer an, was dahintersteckt.

Abrechnung im Wandel

Lange gab es pro Berufsgruppe mehrere Rahmenverträge, das machte die Abrechnung unübersichtlich. Denn jede Kasse hatte ihre eigenen Regeln. Inzwischen gilt für jede Berufsgruppe nur noch ein Versorgungsvertrag, dadurch ist die Abrechnung erheblich einfacher.

Ein Blick in die nahe Zukunft: Mit der elektronischen Heilmittelverordnung (eVO) - voraussichtlich 2027/2028 - ändern sich Praxisprozesse grundlegend - auch der Abrechnungsprozess. Ärztinnen und Ärzte stellen Verordnungen dann nur noch elektronisch aus und hinterlegen sie in der elektronischen Patientenakte (ePA). Du nimmst sie elektronisch an und verarbeitest sie. Papierverordnungen und Postversand an die Krankenkassen, aktuell noch erforderlich, entfallen. All das ist eine Umstellung, aber auch eine große Erleichterung. Wer zu diesem Zeitpunkt bereits selbst abrechnet und die passende Software nutzt, muss sich auf die Umstellung kaum einstellen - der Prozess läuft einfach digital weiter.

Was hält Praxen zurück?

Praxischefinnen und -chefs entscheiden sich aus ganz unterschiedlichen Gründen gegen Selbstabrechnung: Manche haben Angst vor Fehlern, einigen fehlt die Zeit, andere überlassen ihre Abrechnung lieber einem Abrechnungszentrum. „Ich habe mal gehört, dass..." - so beginnt oft ihre Begründung. Dahinter stecken meistens Unsicherheiten.

Die Bedenken, die wir am häufigsten hören:

  • „Das kostet zu viel Zeit."
  • „Ich mache Fehler und bekomme Absetzungen."
  • „Das ist zu kompliziert."
  • „Ich weiß nicht, ob ich pünktlich bezahlt werde."
  • „Das Abrechnungszentrum schützt mich vor Fehlern."

Was spricht fürs Selbstabrechnen?

Die digitale Entwicklung der Gesundheitsbranche wirkt sich auf Praxisprozesse aus und verändert sie. Ein neuer Blick auf die eigene Entscheidung lohnt. Stimmen Annahmen zum Thema Selbstabrechnen noch - oder überhaupt? Ein paar Fakten, die beim Abwägen helfen:

  • Kosten: Abrechnungszentren berechnen Gebühren. Diese entfallen beim Selbstabrechnen.
  • Überblick: Wer selbst abrechnet, hat Absetzungen, Zahlungseingänge und offene Posten direkt im Blick.
  • Zahlungsfristen: Krankenkassen müssen innerhalb von 21 Tagen nach Eingang der vollständigen Abrechnung zahlen. Bei Verzug können Selbstabrechner Verzugszinsen und eine Bearbeitungsgebühr von 40 Euro geltend machen (§ 288 BGB).
  • Aufwand: Vieles, was zur Abrechnung gehört - Verordnungen prüfen, erfassen, sortieren - passiert in der Praxis ohnehin, auch wenn ein Abrechnungszentrum beteiligt ist.

Dein Einsparpotenzial auf einen Blick

Wie viel von Deinem Honorar gibst Du jedes Jahr ab?

Selbst kleine Prozentwerte können sich zu beachtlichen Beträgen summieren. Finde in wenigen Sekunden heraus, wie viel Geld in Deiner Praxis bleiben könnte, wenn Du selbst abrechnest. Gib einfach Deine monatliche Abrechnungssumme ein und wähle auf dem Ring Deinen aktuellen Abrechnungssatz aus.

Abrechnungssumme
Ersparnis

Tipps für den Einstieg

Die folgenden Tipps helfen Dir, falls Du mit Selbstabrechnung loslegen möchtest:

Tipp 1: Klare Abläufe einrichten

Wer ist in Deinem Team für die Verordnungsprüfung zuständig? Wer überträgt Daten, wer verschickt Unterlagen? Feste Zuständigkeiten bringen Routine und Routine macht das Selbstabrechnen schnell zur Selbstverständlichkeit.

Tipp 2: Den Verordnungs-Check ernst nehmen

Die meisten Absetzungen entstehen nicht bei der Abrechnung, sondern vorher durch fehlerhafte oder unvollständige Verordnungen. Wer den VO-Check konsequent durchführt, hat beim Abrechnen weniger Nacharbeit.

Tipp 3: Zahlungseingänge im Blick behalten

Krankenkassen müssen innerhalb von 21 Tagen zahlen. Es lohnt sich, Zahlungseingänge systematisch zu verfolgen. Viele Praxissoftwaresysteme unterstützen das automatisch.

Fürs Selbstabrechnen benötigst Du 3 Dinge:

  1. Praxisverwaltungssystem, das Selbstabrechnung kann (z. B. mit Verschlüsselungssoftware)
  2. Registrierung bei der ITSG - dauert rund drei Wochen
  3. Meldung an die ARGE IK, dass ab sofort Deine Bankverbindung gilt

Wir unterstützen Deine nächsten Schritte

Ist Selbstabrechnung das Richtige für Deine Praxis? Finde einfach heraus, ob es sich für Deine Praxis lohnt und ob es zu Dir und Deinem Team passt.

Wir unterstützen Dich dabei mit Tipps, Tools und Know-how:

Whitepaper und Checkliste zum Download

Das Whitepaper hilft bei der Einschätzung, ob Selbstabrechnung zu Deiner Praxis passt. Die Checkliste hilft beim Einstieg.

Selbstabrechnen einfach machen

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Wer selbst abrechnet, hat in der Regel weniger Absetzungen, behält den Überblick und spart Geld.

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Selbstabrechnen lohnt sich

up-podcast mit Stephan Helmke und Oliver Braasch. Wir räumen mit Mythen auf.

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Mit Selbstabrechnung sparst Du nicht nur Geld, sondern behältst auch die Kontrolle über Deine Abrechnung.

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